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September 2005, es ist soweit. Auf in die Toscana. Es wird Juttas erste richtig lange Reise mit dem Motorrad werden. Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen, wir sind bereit und voller Erwartungen. Toscana - ja endlich! Am Ende der der Reise wird einiges so sein, wie wir es uns vorstellten und anderes wiederum vollkommen unerwartet über uns hereingebrochen sein..
Geplant ist die Anreise über das Allgäu, wie sooft schon in den letzten Jahren wollen wir auch diesmal dort die Arbeitskollegen von Jutta aus ihrer Zeit in Isny treffen. Ab da dann via Brennerautobahn bis oberhalb von Verona, nach San Rocco Verona als zweites Etappenziel.
Von dort aus dann am dritten Tag, weiter bis auf halbe Strecke zwischen Florenz und Siena, nach Marcialla. Dort haben wir uns auf dem Panorama Campingplatz Toscana Colliverdi eingemietet.
Nach so 7 Tagen Toscana soll es dann in die Emilia , genauer gesagt an die Adria oberhalb von Ravenna gehen. Auch dort haben wir uns für einen Campingplatz entschieden, doch dort mit festem Wohnwagen direkt am Strand. Hier wollen wir auch so 5 Tage verbringen, sozusagen am Strand abhängen und, so es die Zeit zuläßt, auch Ravenna ansehen.
Hiernach wollen wir dann wieder über Land bis zum Brenner zurück und von da ab über die Bahn bis nach Kehlheim zu meiner Schwester. Dort noch schön zwei Tage bleiben um dann mit dem Autoreisezug ab München wieder zurück ins Rheinland zu fahren. Soweit die Planung und auch die Theorie.

Voll bepackt steht Juttas Honda im Hof Und auch die Dicke ist Abfahrbereit

 
Fertig bepackt stehen die Bikes im Hof. Die Idee mit dem Fell als zusätzliches Polster erweist sich im Laufe der Reise als ein Schuß in den Ofen. Sieht aber martialisch aus.
 
Wir sind im Allgäu. Nach weitestgehend unspektakulärer Fahrt über die Autobahn, erreichen wir am frühen Abend Isny. Schnell das notwendigste von den Bike’s runter geholt, bevor wir diese in der Hotelgarage verstauen dürfen.
Das erste Stück ist geschafft,  gleich geht es in die Hotelgarage.Danach flott unter die Dusche. Noch ist Zeit genug um noch ein bißchen die Augen zu schließen , bevor wir von Juttas Kollegin abgeholt werden. Den Abend verbringen wir dann auf dem Haldenhof. Ein Ausflugslokal kurz vor Isny. Urig und vorallem lecker ist es dort.
Am nächsten Tage geht es nach einem für die Region reichhaltigen Frühstück bei Zeiten weiter. Über den Fernpass nach Reutte und weiter bis Innsbruck. Ab da dann auf die Brennerautobahn und weiter Richtung Süden. Bolzano, Trento, bekannte Namen auf den Schildern die die Abfahrten von der A22 kennzeichnen. Doch unser Ziel ist heute San Rocco die Verona.
 
Kurze Pause bei bestem Wetter am Fernpaß. Die Stimmung ist noch gut. Am Nebentisch sitzen einige betagte Live Member eines Harley Chapters aus den Niederlanden. Schon ein komisches Völkchen. Nee nicht die Niederländer...;-)
Es läuft gut über die Autobahn und Verona rückt immer näher. Weit kann es nun nicht mehr sein. Laut Karte in Verona Ost runter von der Bahn und noch etwas über Land Richtung San Rocco. Laut Hotelbeschreibung im HRS Portal ......... “600 m ü.d.M., nur 20 km von Verona entfernt. Von Montorio ist es leicht über die Panoramastraße (SP 35) zu erreichen, die sich an Weinbergen und Olivenhainen vorbeischlängelt
Diese Beschreibung stimmt soweit ja auch und ich genieße das Panorama und vorallem das Vorbeischlängeln ja auch. Nur glaube ich, dass Jutta nicht ganz so denkt, aber das ist gut zu verstehen. Hat sie doch wacker gute 500 Km heute im Sattel ihrer Transalp verbracht.
Unser Hotel Christina erweist sich als echter Glücksgriff, alles ist da. Eine Bar und Pizzeria unten im Haus. Zimmer mit Aussicht und funktionierendem Bad, einfach alles läuft rund.
 
Hotel Christina in San Rocco
Hotel Christina in San Rocco di Verona, es liegt direkt an der Hauptstrasse. Ideal um draussen zu sitzen um dann Studien zu betreiben.

Gegenüber vom Hotel ein kleiner Was-auch-Immer-Laden, oder ein eBay Shop. Auf jeden Fall ist die Auswahl sehr vielfältig.
 
San Rocco Main StreetSan Rocco di Verona, Haupt- und soweit fest-stellbar, auch einzige Strasse in San Rocco.

Soweit wir es übersetzen konnten wird hier vor “Jungen Christen” gewarnt. Das Schild steht sinnigerweise genau vor der Kirche.
 
 
Nach einem landesüblichen und daher etwas spartanischem Frühstück, heisst es nun wieder zurück über die sich so lieblich schlängelnde Strasse. Zurück zur Autostrada in Verona. Zurück zur Autostrada Heute soll das letzte Stück bis etwas hinter Florenz gefahren werden. Die italienischen Autobahnen erweisen sich als echt abwechslungsreich. Bis Bologna ziemlich flach und eintönig, manchmal zieht der Geruch von irgendwelchen Viehmastbetrieben über die Bahn. Ab Bologna wird die Autobahn sogar richtig klasse. Das Gelände steigt immer mehr an, es geht rauf und runter und auch kurviger wird es. Super eine Autobahn mit reichlich Kurven. Die Landschaft rechts und links der Bahn sieht fast aus wie Eifel, nur das es hier wärmer ist. Wir erreichen sehr zeitig Florenz, doch heute lassen wir es links liegen. Noch ein paar Kilometerchen dann fahren wir in Tavarnelle ab. Kurz orientiert und mal die Karte gedreht, wir sind richtig. Über Val die Pesa geht es kurvenreich nach Marcialla. Die Ortsdurchfahrt ist auch gleich so was wie Sightseeing Tour. Es gibt die übliche Bar di Sport, einen Marktplatz und ein Alimenteri. So ungefähr 2 Kilometer hinter dem Ort haben wir nach 280 Kilometern unser Ziel erreicht: Camping Colliverdi (Mittlerweile heißt der Platz Camping Panorama del Chianti).
 
Der Alimenteri nebst dem Patrone in Marcialla. So einen Laden haben wir schon lange nicht mehr erlebt. Hinter der Tür erschließt sich ein Wunderland. Drei Stufen geht es herunter und man taucht ein in die italienische Art des Einkaufes. Nun zunächst aber heißt es suchen. Es gibt alles, Kühltheke für Fisch. Regale bis unter die Decke, eine Metzgereiabteilung und eine Bäckerei. Zusätzlich alles was man im Haushalt so benötigt. Nur das System der Warenablage, das will sich uns nicht so richtig verständlich werden. Klar am Ende unseres Urlaubes haben wir es drauf, da wissen wir, dass es fünf verschiedene Standorte für Marmelade gibt. Alimenteri der 1000 Sachen Und auch, das Waschpulver zur gleichen Warengruppe wie Schokolade zählen muß.Es wird eben dort neue Ware eingeräumt, wo grade platz ist - ist doch auch logisch, oder? ;-) Aber egal, es macht jedes mal einfach Spaß hier einzukaufen. An der Kasse Endecken wir einen Stapel Wörterbücher: Man ist sozusagen International.
 
Es stellt sich schon bei der Ankunft heraus, der von uns ausgesuchte Campingplatz ist aller erste Sahne. Wir können uns frei einen Platz aussuchen wo wir unser “kleines” Zelt aufbauen wollen, sicherlich sind 11 kg Gewicht nicht zu verachten. Doch es hat schon was für sich, dass man im Stehen dort hinein und heraus kann. An der Rezeption bekommen wir liebevoll handgestaltete Pläne von den umliegenden Städten, wie Florenz, Siena und San Gimignano. Sogar besonders günstige und gute Parkplätze sind dort eingetragen. Auf dem Platz wird Wein aus dem eigenen Weinberg angeboten und das überaus günstig, so dass wir uns ein Willkommensfläschchen gerne gönnen. Erst jetzt stellen wir fest, das wir mitten im Chianti Kerngebiet sind, ... och wie peinlich aber auch. Na das verspricht ja nicht nur ein motorradmäßig schöner Urlaub zu werden. Die gesamte Ausstattung auf dem Platz läßt zudem keine Wünsche offen.

Reichlich Duschen mit extra Vorräumen, mehrere Waschmaschinen und sogar Trockner sind vorhanden, letztere werden wir auch noch gut brauchen, doch das wissen wir an diesem ersten Tag noch nicht. Durch unser Übungswochenende in Zeeland ist unser Zelt schnell aufgebaut und bezugsfertig. Hunger haben wir jetzt und das nicht zu knapp.
 
Hinter der Kurve noch 200 Meter, da liegt der Campingplatz.
Die dunklen Wolken lassen schlimmes ahnen.
Unser Eigenheim

Unser bescheidenes Feriendomizil. Gut, dass es so schön groß ist. So kann man da auch mal längere Zeit drin verbringen, wie wir bald feststellen werden.
 
 
 
 
Die paar Schritte rein nach Marcialla sind flott gemacht. Jetzt nur was finden zum Einkehren. Wir entscheiden uns für Pizza, na ja das einzige Lokal das wir auf Anhieb finden. Im Laufe des Urlaubes werden wir noch die Trattoria Il Frantoio endecken und dort unsere Liebe zum Peccorino Nero di Toscana. Der Bauch wohlgefüllt, die Lieben zu Hause sind verständigt. Jetzt nur noch ab ins Zelt und die Beine lang gemacht.

Blick aus unserem Zelt hinaus

Blicke aus unserem Zelt. Wir haben richtig gute Aussicht.
   
Die dunklen Wolken, die sich gestern auf der anderen Seite des Tals sammelten sind auch am nächsten morgen noch da. Aber wir schenken ihnen keine weitere Beachtung. Fahre schnell in den Ort um die Frühstücksbrötchen zu holen. Es könnte nicht besser sein, dachten wir. Die Restplanung für diesen Tag ist gegen Mittag dann auch schon gelaufen. Die Wolken wurden immer mehr und es klärte sich zu Gewitter mit Wolkenbruch für die Dauer den nächsten 24 Stunden auf. So blieb uns nichts anderes übrig, als den Rest des Tages und den nächsten auch im Zelt zu verbringen. Immer wenn wir dachten das Unwetter ist endlich über uns hinweggezogen, machte es am Bergrücken kehrt und lief wieder über uns hinweg.Frühstück in Chianti

Frühstück auf der “Terrasse” Noch sah alles ganz schön aus. 24 Stunden Schlammbad im Vorzeltspäter, die Plane in unserem Vorzelt haben wir zum Trocknen rausgelegt. War schon ein komisches Gefühl, so mit der Plane im Untergrund zu versinken wenn man aus dem Zelt kommt. Ein junges Pärchen aus den Niederlanden hatte weniger Glück, irgendwie hatten die Ihr Zelt genau im Wasserabflußbereich des Platzes aufgestellt. Ihr nächtlichen Dammbaumaßnahmen waren auf jeden Fall erfolglos. Doch wie in so vielen großen und kleinen Dingen halfen die Platzbetreiber einfach schnell und die Wasserschäden waren schnell beseitigt.
 
Florenz, für den heutigen Tag, haben wir Florenz auf dem Plan stehen. Das Gewitter hat sich verzogen, jetzt ist uns nach Stadt und Trubel. Laut den umfassenden Informationen die es auf dem Campingplatz gibt, wissen wir, das von Tavarnelle ein Bus nach Florenz fährt. Was spricht also dagegen diesen zu nehmen. Also gefrühstückt und so geguckt, das wir ne gute halbe Stunde vor Busabfahrt in Tavarnelle sind. Soweit die Theorie. Im Ort angekommen beginnt die Suche nach einem geeigneten Parkplatz für die BMW, sie soll ja sicher stehen und vorallem am Abend noch da sein. Am Rande der Piazza endecke ich einen Polizisten. Der sollte es eigentlich wissen, doch leider reichen seine und meine gemeinsamen englischen Sprachkenntnisse nicht aus um uns irgendwie zusammenzubringen. Und in 15 Minuten kommt der Bus. Auch sein Kollege und zu guter letzt auch der Maresciallo können mir nicht weiterhelfen. Ich will schon aufgeben, da sehe ich das Schild Tourist-Info, die sollten es ja wissen. Wußten sie auch, nachdem alle Fragen nach Herkunft und wo untergebracht und wie mir die Toskana gefällt zur Zufriedenheit der netten Dame geklärt sind, weiss ich, das ich das Motorrad am besten auf dem Parkplatz vom Supermarkt abstelle und dem Wagenschieber Bescheid sagen soll. Schön, doch irgendwie egal, weil der Bus vor 10 Minuten draußen vorbeigefahren ist. Also wagen wir uns in das Abenteuer, mit dem Motorrad nach Florenz hinein zu fahren.

Ich und dahinter FlorenzMoto Parkplätze soweit das Auge reicht

Endlich ist Florenz erreicht. Auf die “Mama” die mich auf ihren Roller von Kreisverkehr zu Kreisverkehr abhängte will ich nicht weiter eingehen. Na ja irgendwann habe ich mich der hier herrschenden Fahrweise von “drauf und durch” angepaßt, und so erreichen wir den Arno und finden auch noch ein Plätzchen fürs Motorrad.Zweiradparkplätze soweit das Auge reicht.
Es herrscht ein ganz schöner Trubel in der Stadt. Die Zahl der Touristen ist auch zu dieser Jahreszeit, wir haben Anfang September, unüberschaubar. Überall werden Souvenirs angeboten. Doch es gibt auch
so ne ganze Menge zu sehen.Der Ponte Vechio
 
Der Ponte Vecchio, wo einst Gerber und Schlachter ihre Waren anboten, gibt es heute Mode und Schmuck.
 
Florenz, was es hier nicht alles zu sehen gibt, bald an jeder Ecke irgendwelche Skulpturen oder Brunnen. In den Uffizien ist so ziemlich alles an “Alten Meistern” vertreten. Wir haben jedoch genug zu sehen und zu gucken, so das wir gar keine Gelegenheit haben uns die verschiedenen Museen anzuschauen. Am späten Nachmittag sind wir wieder am Motorrad und freuen uns darauf zum Campingplatz zurückzukommen. Unterwegs kaufen wir noch schnell was für den Abend ein. Es soll ja nicht so sein das wir das ganze Campingequipment umsonst mitgenommen haben.

 

Florenz, was es hier nicht alles zu sehen gibt, bald an jeder Ecke irgendwelche Skulpturen oder Brunnen. In den Uffizien ist so ziemlich alles an “Alten Meistern” vertreten. Wir haben jedoch genug zu sehen und zu gucken, so das wir gar keine Gelegenheit haben uns die verschiedenen Museen anzuschauen. Am späten Nachmittag sind wir wieder am Motorrad und freuen uns darauf zum Campingplatz zurückzukommen. Unterwegs kaufen wir noch schnell was für den Abend ein. Es soll ja nicht so sein das wir das ganze Campingequipment umsonst mitgenommen haben.
Da sich das Wetter nun von der sonnigen Seite zeigt, steht für die nächsten Tage fahren und genießen auf dem Programm. Nach dem Frühstück einfach raus auf die schönen kleinen Strassen. Das Chianti Gebiet erfahren im wahrsten Sinne des Wortes. Und irgendwie ist es so, dass man hier Strassenabschnitte suchen muß die mal längere Zeit grade verlaufen, Klasse. Kilometer um Kilometer fahren wir durch die von Menschenhand in Jahrhunderten geschaffene Landschaft. Weinberge wechseln mit Olivenhainen und immer wieder zwischendurch kleine Anwesen die mit Zypressen gesäumt sind. Zu sehen gibt es allemal immer etwas.

Unterwegs im Chianti GebietOffroad.. jaaaaaa

Solange es nicht ausdrücklich als Privatstrasse gekennzeichnet ist, darf auch ohne weiteres auf Feldwegen gefahren werden. 
 
 

Olivenhaine wechseln sich links und rechtes der Strasse mit Weinbergen ab. Es ist oftmals echt so wie auf den Ansichtskarten, einfach wie gemalt.
Schattenspiele
Auf unseren Touren durch die Toscana sind wir durch manch nettes Städtchen gekommen. Sie hier alle aufzuzählen, dass wäre wohl was viel. Doch diejenigen die uns besonders gefallen haben, werden wir hier schon noch erwähnen. So wie San Gimignano. Die Stadt mit den Hoch-Häusern. Diese wurden nach den diversen mehr oder weniger friedlichen Auseinandersetzungen zur Zeiten der Medici, von den siegreichen Familien aus den Steinen der Häuser, der besiegten gebaut.
 
Hochhäuser in San GimingianoGelati GelatiHochhäuser in der Toscana. San Gimignano, von weitem sieht es aus wie ein Mittelaterliches Mainhatten oder so.
 
Gelati Gelati, hier in San Gimignano haben wir das ultimative Eis gefunden, nee die ultimative Gelateria. Eis wird nicht mit Kugelportionierer aufgebracht, nein mit einem Spachtel. Und zwei “Bällchen” davon hatten bestimmt mehr Kalorien als ein reichhaltiges Essen, aber egal.....
 

OrtsdurchfahrtenStaatsgefängniis in Voltera

Ortsdurchfahrten sind hier oftmals nicht breiter. Düsteres Volterra. Was bei der Anfahrt noch nach einer Burganlage aussah, entpuppte sich bei der Ankunft als Staatsgefängnis. Und dennoch hat auch diese Stadt ihren Charme und Reiz. Enge verwinkelte Gassen in denen neben Kunsthandwerk auch die eine oder andere nette Trattoria zu finden ist.


 

Siena, Piazza del Campo
Siena, die Stadt des Palio, eines Pferderennens, in dem die einzelnen Stadtviertel gegeneinander antreten. Dazu wird zweimal im Jahr die Piazza del Campo zur Rennbahn. Für die Stadtviertel eine Frage der Ehre dort zu gewinnen. Stadt aus der Gianna Nannini kommt. Während Florenz mehr eine Renaissancestadt ist, so scheint hier in Siena es mehr gotisch zu sein. Es gibt Ecken und Winkel, da meint man, jeden Augenblick kommen fechtend irgendwelche Gestalten aus der Zeit von Romeo und Julia um die Ecke.
Neben einem Cappu auf der Piazza bescherte uns Siena auch nasse Klamotten. Wie aus heiterem Himmel fing es wieder an zu regnen. Wäre ja auch nicht weiter schlimm gewesen, wenn wir uns nicht ziemlich in der Stadt verlaufen hätten und der Rucksack mit den vermeindlich trockenen Klamotten, den wir bei den Motorrädern in den Koffern mit durch die Gegend gefahren haben, nicht grade der mit Juttas Unterwäsche gewesen wäre.
 
Siena HinterhöfeNass in Siena
 
Abseits des Trubels in Siena. Doch unsere “Stadtwanderung” wurde dann zum Schwimmausflug. Nass bis auf die Haut und noch nicht ahnend, dass es nix Trockenes zum wechseln gibt.
Wenn wir gewusst hätten was noch auf uns zu kommt, ich glaube wir hätten Toscana verlängert. So aber müssen wir Abschied nehmen vom Gallo Nero und machen uns auf in die Emilia. Genauer an die Adria oberhalb von Ravenna. Lido di Spina soll das Ziel sein. Dort haben wir für eine Woche einen Wohnwagen am Meer gebucht. Unser Plan ist es dort ein paar Tage abzuhängen, etwas Meer zu geniessen. Soweit so gut.
Über Florenz und Forli geht es ziemlich zügig bis Ravenna. Dort kurven wir etwas herum bis wir den richtigen Weg weiter Richtung Gomachio finden. Die S309 entpupp sich als Endurostrecke. Bei den Schlaglöchern dort ist es kein Wunder, dass alle paar Kilometer ein Reifen und Stossdämpferfachbetrieb ist. Blöd ist, dass die Schlaglöcher für die LKW kein Problem darstellen. So ist es ein ständiges kurven, wenn wieder einmal eines der Löcher unter dem vorausfahrendem Brummi auftaucht.
Endlich erreichen wir dann Camping Florenz am Lido di´Spina. Der von uns gebuchte Campingwagen liegt am Ende des Weges, fast genau am Meer. Warm ist es darin und bessere Tage hat er auch schon gesehen. Doch im Vorzelt ist neben einem Kühlschrank auch ein Gasherd und restliche Küchenutensilien sind auch genug da.

 

Campingplatz SpinaCampingplatz Adria

Abgeladen und im Schatten. Wir haben vor die Bikes in den nächsten Tagen nicht so viel zu nutzen.
 
 
Da es schon was spät ist, gehen wir ins Campingplatzrestaurant zum Essen. Sieht schon ziemlich leer aus hier, na ja ist auch kurz vor Ende der Saison. Aber für ne Pizza und Pasta reicht es immer. Und für einen Mückenüberfall auf mich. Durch die Motorradsommerjacke durch werde ich am Rücken punktiert. Daraus entwickeln sich dann am nächsten Tag ziemlich große Quaddeln.
Neben den Quaddeln am nächsten Tag erleben wir noch einige andere Überraschungen. So auch, dass der Alimenteri auf dem Campinglatz am übernächsten Tag schliessen wird. Die Saison ist halt rum. Um uns herum werden immer mehr Wohnwagen in den Winterschlaf versetzt. Aber da ist ja noch das Meer. Nur mit schwimmen wird es nix: Rot- oder Braunalgenplage, machen es zumindest hier unmöglich. Also bleibt nur spazierengehen am Strand.
 
Commachio - kleines VenedigDa mit schwimmen nichts geht und auch im Ort nicht mehr viel los ist, machen wir einen Abstecher nach Comachio. Laut Reiseführer ein kleines Venedig. Stimmt: klein ist es. Aber wollen wir nicht ungerecht sein, es gibt durchaus nette Ecken hier.

 
Doch all das ist nicht so das was wir uns vorgestellt haben. Und so wundert es nicht, das ich am dritten Tag anfange mit den Hufen zu scharren. Ich laufe mir selbst hinterher und so mache ich den Vorschlag, am Niggelhof bei Bozen anzufragen, ob die dort noch ein kleines Zimmerchen frei haben. Haben Sie! Und somit ist es beschlossen, wir brechen hier unsere Zelte ab und fahren in die Dolomiten. Der Campingplatzbetreiber erweist sich als sehr kulant, er berechnet uns nur die genutzten Tage und erstattet uns für die nicht genutzten Tage das Geld zurück.

 

San Benedetto AlpenPause kurz vor San Thomaso Therme

 

 

 

 

Durch die San Benedetto Alpen hinter Padua auf dem Weg nach Bozen. Je näher wir den Dolomiten kommen, desto verhangener wird das Wetter. Kurz vor Trento fängt es dann an zu Regnen.
 
Schnee! Auf den Spitzen der Dolos liegt schon Schnee. Aber das ist uns irgendwie egal. Wir sind da, haben unser Zimmerchen und können uns wieder einmal an Finis Essen gütlich tun. Mal abgesehen von richtigen Duschen und einem Bett. Nach einem ausgiebigen Frühstück beschliessen wir, solange es das Wetter zulässt, noch ein paar Pässe zu fahren. Für Jutta wird es das erste mal sein, das Sie die Sella Runde selber fährt. Es ist zwar kein schönes Wetter mehr und mit 4 Grad am Sella nicht unbedingt warm, aber solange es nicht schneit und regnet, soll es uns egal sein. Und so kommt es, dass wir hier noch ein paar nette Kilometerchen abspulen.

Sella Runde mit Schnee und NebelNebelSella Begegnungen

 

 

 


So richtig schön ist es ja nicht, aber dafür sind wir sozusagen ganz alleine für uns.
 
Kurvenspass
Aber nun müssen wir auch hier wieder los. Auf dem weiterem Rückweg statten wir noch meiner Schwester bei Kehlheim einen Besuch ab. Am Tag darauf geht es weiter nach München. Am Abend soll es von dort aus mit dem Autoreisezug Richtung Heimat gehen.
Wenn wir schonmal da sind, so nutzen wir den schönen Sonnentag auch noch aus. Die Bike’s bleiben auf dem Bahnhofsgelände stehen und mit der Tram geht es rein in die Isar Metropole. Und wie es sich für den München Touristen gehört, gibt es das volle Programm. Besuch bei Dallmayer, Stadtrundfahrt und leckeren Schweinsbraten im Biergarten auf dem Viktualienmarkt.

ProstSchlurps

Das haben wir uns redlich verdient.
 
Nach München total nun DB total. Wie schon mal in München erlebt, klappt das Verladen echt super. Nur der Service im Zug?! Na ja, das gebuchte Abteil ist getrennt worden und daher ziemlich klein und die Bordkaffeemaschine funktioniert auch erst 100 km vor zu Hause.
Doch sei es drum, unser Urlaub war so schön und abwechslungsreich, das uns dieser DB Service nun auch nicht mehr stört.
HuckepackTransalpFest verschnürt
            Gut verzurrt treten die Motorräder nun die Heimreise an.
 
 
Wieder zu Hause, können wir nur sagen -- Toscanna Immer wieder

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